arma et scientia ex officio

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Bei Inhaltlichen Fragen zu Projekten wenden Sie sich bitte an den Bedarfsträgervertreter des BMLV:

Bundesministerium für Landesverteidigung
Abteilung Wissenschaft, Forschung und Entwicklung
Referat Nationale Sicherheits- und Verteidigungsforschung 

Mag. Dr. Adelheid Obwaller
Roßauer Lände 1
A-1090 Wien 
verteidigungsforschung@bmlv.gv.at

F&E-Dienstleistungen >Call 2020 >

Vector-borne Diseases in den Einsatzgebieten des Österreichischen Bundesheeres: Kosovo und Bosnien und Herzegowina (BIH)

Das Ziel dieses FFG FORTE-Projekts ist eine umfangreiche Erhebung der Stechmücken-, Sandmücken- und Zeckenfauna und deren medizinische Relevanz als Überträger von Krankheitserregern an den Einsatzstandorten des ÖBHs im Kosovo und BIH. Damit soll das Infektionsrisiko in den Einsatzgebieten zuverlässig beurteilt werden, um im Rahmen der Einsatzvorbereitung (Intelligence Preparation of the Battlefield) adäquate prophylaktische Maßnahmen setzen zu können.

Infektionskrankheiten stellen ein signifikantes medizinisches Risiko für Militärpersonal während Auslandsmissionen dar und können zu hohen Infektionsraten und personellen Ausfällen führen. Einen gewichtigen Anteil haben Infektionen, die durch Vektor (Stechmücken, Sandmücken und Zecken)-übertragene virale, bakterielle oder parasitäre Erreger hervorgerufen werden („vector-borne diseases“). Hierzu gehören beispielsweise durch Stechmücken übertragene Arboviren wie das West-Nil-Virus oder das Dengue-Virus, durch Sandmücken übertragene Phleboviren und Leishmanien oder das durch Zecken übertragene Krim-Kongo-Hämorrhagische Fieber-Virus.

Der Kontakt von Soldatinnen und Soldaten des ÖBH mit Sandmücken-assoziierten Erregern wurde bereits in mehreren Seroprävalenzstudien in Kooperation des BMLV (ÖBH) mit dem Institut für Spezifische Prophylaxe und Tropenmedizin (ISPTM) der Medizinischen Universität Wien nachgewiesen. Jedoch gibt es bisher keine Daten über das tatsächliche Infektionsrisiko mit Sandmücken-assoziierten oder anderen Erregern im Einsatzgebiet.

Im Rahmen von „ArthroVek“ sollen entomologische Besammlungen der Vektoren in den Einsatzgebieten am Balkan durchgeführt sowie potentielle humanmedizinisch relevante Erreger nachgewiesen werden, um das Infektionsrisiko während eines Einsatzes besser abschätzen zu können.

Hierzu sollen umfangreiche Feldarbeiten zu mehreren Zeitpunkten über zwei Fangsaisonen in beiden Einsatzgebieten durchgeführt werden. Gefangene Exemplare werden morphologisch identifiziert und nach Art und Geschlecht sortiert bzw. molekular durch Polymerase- Kettenreaktion (PCR) und Sequenzierung nachbestimmt. Zum Nachweis von Krankheitserregern wird sowohl Ribonukleinsäure (RNA) als auch Desoxyribonukleinsäure (DNA) isoliert und molekularbiologisch untersucht.

Basierend auf den gewonnen Daten soll ein Maßnahmen-Katalog für die truppenmedizinische Einsatzvorbereitung und Anwendung spezifischer Prophylaxe erarbeitet werden, um österreichische Soldatinnen und Soldaten bestmöglich zu schützen. Weiters werden die angewendeten Feldmethoden auf die Tauglichkeit zur Umsetzung in militärischen Einsätzen evaluiert und dienen in weiterer Folge als Grundlage für die nachhaltige Abbildung dieser Fähigkeiten im Österreichischen Bundesheer.